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TP 1: Recherche vorhandener Literatur und Daten zu Pathogenen und Schadinsekten

Dieses TP ist Grundlage für die Experimente in Modellsystemen und für die Modellierungsarbeiten und wurde 2010 abgeschlossen.

In den Vorstudien wurden publizierte Daten zu Witterungseffekten auf Schadinsekten und pilzliche Pathogenen gesammelt, unter anderem um neue und bereits bestehende Simulationsmodelle zur Risikovorhersage für verschiedene Schaderreger unter Einbeziehung von Klimaszenarien zu entwickeln und zu optimieren (s. TP20)..

Bei den Schadinsekten gibt es generell weniger Informationen zu ihren Ansprüchen an Feuchtigkeit als zu ihren Temperaturansprüchen, wobei auch diese bei den meisten Schadinsekten lückenhaft sind. Beispielsweise konnten für den Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus) keine Temperaturkardinalwerte Tmin und Tmax für Eiablage, Ei- und Larvenentwicklung gefunden werden. Auch bei den pilzlichen Pathogenen liegen mehr Daten zu Temperatur- als zu Feuchtigkeitsansprüchen vor. Auffällig ist, dass Kardinalwerte zur Überdauerung häufig fehlen, doch auch bei epidemiologisch wichtigen Entwicklungsstadien wie Sporulation und Infektion fehlen teilweise experimentelle Daten. Die Weizenpathogene sind, ebenso wie die Pathogene an Raps, vergleichsweise gut erforscht. Maiskrankheiten spielen in Deutschland bisher kaum eine Rolle, daher liegen zu diesem Thema vor allem internationale Arbeiten vor. Bei den Blattkrankheiten der Zuckerrübe gibt es die beste Datenbasis zur Blattfleckenkrankheit Cercospora beticola.

Da die meisten Vorhersagemodelle die Infektionswahrscheinlichkeit und das Erstauftreten von Pathogenen berücksichtigen, während die Überdauerung, Reproduktion und Verbreitung pilzlicher Pathogene weniger häufig betrachtet werden, hängt die Arten- und Entwicklungsparameterauswahl für die Risikovorhersagen nicht zuletzt von den bereits vorhandenen Primärdaten in der Literatur ab. Gut erforschte Schaderreger bieten ganz andere Startvoraussetzungen als bisher vernachlässigte Arten. Bei diesen sehr wenig erforschten Arten müsste demnach die Klimafolgenforschung quasi von Anfang an beginnen. Daher werden im KLIFF Forschungsverbund in den Risikovorhersagen zuerst wichtige Entwicklungsparameter gut erforschter Schaderreger berücksichtigt, für die bereits Simulationsmodelle vorliegen (z.B. Große Getreideblattlaus und Braunrost im Weizen, Cercospora beticola in Zuckerrübe). Mehr Information können aus den KLIFF FT3 Publikationen entnommen werden (Juroszek & v. Tiedemann 2011; Richerzhagen et al. 2011; Siebold & v. Tiedemann 2012; etc.).

Antragsteller: Prof. Dr. Andreas von Tiedemann

Bearbeitung: Dipl.-Ing. Magdalena Siebold, Dr. Birger Koopmann, Dr. Peter Juroszek, Dr. Dagmar S. Heibertshausen (Uni. Hannover/ZEPP)

Kontakt: Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Universität Göttingen

Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz/Uni. Göttingen