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TP 4: Verändertes Auftreten von Pathogenen im Weizen

Im Rahmen einer Literaturstudie wurden hier bis Anfang 2012 Daten zur Witterungsabhängigkeit für ökonomisch wichtige Weizenkrankheiten erfasst. Diese Daten wurden für die Modellierungsansätze vorbereitet, die eine Risikovorhersage zum zukünftig erwarteten Auftreten der Pathogene in Weizen erlauben.

Die folgenden biotrophen Pathogene wurden betrachtet: Blumeria graminis (Echter Mehltau), Puccinia triticina (Braunrost) und Puccinia striiformis (Gelbrost). Bei den nekrotrophen Pathogenen wurden Mycosphaerella graminicola (Septoria-Blattdürre), Pyrenophora tritici-repentis (DTR-Blattdürre), Helgardia yallundae (Halmbruchkrankheit) sowie Fusarium-Arten untersucht. Puccinia triticina ist am besten erforscht, aber auch für die anderen Pathogene gibt es eine gute Datengrundlage. Daher liegen für alle oben genannten Pathogene/Krankheiten bereits Simulationsmodelle (besonders zur Infektionswahrscheinlichkeit) vor, die mit den zukünftigen Klimaszenarien verknüpft werden können. Erste Ergebnisse liegen bereits vor (s. TP20).

Einige Wissenschaftler vermuten, dass es bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts zu einer Zunahme der meisten pilzlichen Pathogene bei mäßiger Erwärmung und häufig noch ausreichender Feuchtigkeit kommen könnte, während danach bei fortschreitender Erwärmung und dann wahrscheinlich häufig nicht mehr ausreichender Feuchtigkeit eine Abnahme der meisten pilzlichen Pathogene möglich wäre. Da in jüngster Vergangenheit thermophile Pathotypen von Gelbrost in den USA gefunden wurden, kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass Pathogene, die bisher an kühle Bedingungen angepasst sind, in Zukunft unbedeutend sein werden. Einwandernde oder sich gänzlich neu entwickelnde Pathogene werden vermutlich einige bereits etablierte Pathogene verdrängen, was positiv sein könnte, wenn das neue Pathogen zum Beispiel einen geringeren Verlust des Weizenertrages verursachen würde als das verdrängte Pathogen. Demnach müssen nicht unbedingt alle zukünftigen Änderungen negativ für den Weizenanbau sein.

Antragsteller Prof. Dr. Andreas von Tiedemann, Georg-August-Universität Göttingen, Fachgebiet für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz

Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz/Uni. Göttingen

Bearbeitung: Dipl.-Ing. Magdalena Siebold, Dr. Birger Koopmann, Dr. Peter Juroszek