gefördert von:

TP 8: Auswirkungen des Klimawandels auf Schadinsekten im Raps

Unter den Schadinsekten, die den Winterraps befallen, sind der Große Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) und der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala L.) in Niedersachsen von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung.

Ziel des Teilprojektes, das Anfang 2010 mit seiner Arbeit begann, ist die Entwicklung von Modellen für die Berechnung der Phänologie und Populationsdynamik dieser Schadinsekten  bei verschiedenen Klimaszenarien.

Außerdem wird das Schadpotenzial bei einer durch den Klimawandel möglicherweise ausgelösten Änderungen von Koinzidenz und Wirtsqualität der Rapspflanzen bewertet.

Erste vorläufige Ergebnisse aus der Auswertung von Datensätzen (1989–2011) zur Flugaktivität von C. napi in Abhängigkeit von den Klimaparametern zeigen, dass der Zuflug in die Rapsbestände bei Tagesmaximaltemperaturen > 10°C einsetzte. In diesem 20-Jahres-Zeitraum gab es keinen Hinweis darauf, dass C. napi in Rapsbeständen im Raum Göttingen durch die Erwärmung tendenziell früher aufgetreten ist.

Versuche in Klimaschränken haben gezeigt, dass die Anzahl der von den C. napi -Weibchen abgelegten Eier bei konstanten Temperaturen von 11°C und 14°C um den Faktor 3,3 bzw. 4,4 höher war als bei 8°C. Demnach haben Temperaturerhöhungen in diesem Bereich einen starken Effekte auf  den Rapsstängelrüssler.

Zahlreiche andere Experimente werden derzeit durchgeführt: (1) Der Einfluss steigender Bodentemperaturen (natürlicher Verlauf, +1,8°C, +3,6°C) auf die Dauer der Embryonalentwicklung sowie Mortalität der Eier und Larven von P. chrysocephala wird in der “Göttinger Miniplot Bodenerwärmungsanlage“ (siehe oben Teilprojekt TP7) und in begleitenden Klimakammerversuchen untersucht. Die Befallsdynamik der anderen Rapsschädlinge wird ebenfalls in diesen Parzellen erfasst. (2) In Feldversuchen wird die Abundanz- und Besiedelungsdynamik von C. napi und P. chrysocephala (Adulte, Eier, Larven) sowie deren Schadwirkung an den in der Phänologie deutlich unterschiedlichen Rapssorten Elektra und Favorite verglichen, um die Abhängigkeit von den jeweiligen Witterungsverläufen und insbesondere die Effekte früher Erwärmung auf den Befall der empfindlichen Jungpflanzen zu ermitteln. (3) Die Auswirkungen von Trockenstress auf die Insekt-Pflanze-Beziehungen werden in Klimakammer-Versuchen untersucht. Im Rahmen des Teilprojektes ist ein Artikel erschienen, der Hintergrundinformationen zum Thema Klimawandel und Rapsschädlinge bietet (Reinhardt & Ulber 2011, siehe KLIFF FT3 Publikationen).

Abb.1: Ei, Lave und adultes Tier des Rapsstängelrüsslers.

Antragsteller: Dr. U. Ulber, Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Agrarentomologie

Agrarentomologie/Uni. Göttingen

Bearbeitung: M.Sc. agr. Antje Reinhardt