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TP 9: Klimaeinflüsse auf die epidemische Entwicklung von Pathogenen im Mais

In den wärmeren Anbauregionen Süddeutschlands wird seit einigen Jahren ein zunehmendes Auftreten des blattpathogenen Pilzes Exserohilum turcicum, Erreger des ‚Northern Leaf Blight’ (NLB) in Mais, beobachtet. Anhand von Literaturdaten zur Witterungsabhängigkeit dieses und anderer ökonomisch wichtiger Schaderreger wurden mögliche Ausbreitungs- und Schadenspotentiale der Krankheiten im niedersächsischen Maisanbau näher untersucht und mit den regionalisierten Klimaszenarien verknüpft.

Die Arbeiten in diesem Teilprojekt, das bis Mitte 2011 lief, konzentrierten sich auf das Sammeln von Kardinalwerten der Temperatur- (Tmin, Topt, Tmax) und Feuchtigkeitsansprüche (Luft- bzw. Bodenfeuchte) der Maispathogene. Anhand dieser und anderer Literaturdaten wurde ein theoretisches Ausbreitungsspotential von pilzlichen Pathogenen im niedersächsischen Maisanbau abgeschätzt. Vor allem die Pathogene Exserohilum turcicum, Sphacelotheca reiliana (Maiskopfbrand) und Helminthosporium carbonum weisen erhöhte Wärmeansprüche für die Entwicklung auf und könnten daher vermutlich in Niedersachsen durch den Klimawandel an Bedeutung zunehmen. Ustilago maydis (Maisbeulenbrand) könnte durch die Zunahme von  Extremereignissen, wie z.B. Trockenheit, Starkregen und Hagel begünstigt werden. Allerdings sind diese Einschätzungen mit starken Unsicherheiten behaftet, da bei den meisten Maispathogenen noch erheblicher experimenteller Forschungsbedarf besteht, um zuverlässigere Einschätzungen zur möglichen zukünftigen Bedeutung abgeben zu können.

Antragsteller: Prof. Dr. Andreas von Tiedemann, Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz

Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz/Uni. Göttingen

Bearbeitung: Dipl.-Ing. Magdalena Siebold, Dr. Birger Koopmann, Dr. Peter Juroszek