gefördert von:

TP 11: Auswirkungen des Klimawandels auf wichtige Schädlinge im Maisanbau

Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) ist ein invasiver Maisschädling aus den USA und wurde 1992 erstmalig in Europa nachgewiesen. Seither hat er sich nahezu europaweit verbreitet und ist seit 2007 auch in Deutschland etabliert (Baden-Württemberg, Bayern; seit 2010 auch in Nordrhein-Westfalen). Trotz Ausrottungs- und Eindämmungsstrategien wird der Schädling auch in Niedersachsen einwandern und insbesondere im kontinuierlichen Maisanbau zum vermutlich wichtigsten Schädling werden.

Das Ziel des TP 11 ist die Erstellung von regionalen Entwicklungsdaten des Westlichen Maiswurzelbohrers, um den Einfluss von unterschiedlichen Temperaturen und edaphischen Faktoren (z.B. Bodentypen) auf die Dauer der Larvalentwicklung und die Mortalität von D. virgifera virgifera speziell für ausgewählte wichtige Maisanbauregionen in Niedersachsen zu quantifizieren. Diese Daten werden für die Modellentwicklung benötigt, um in Zukunft Entscheidungshilfen für den Pflanzenschutz unter sich änderndem Klima bereitstellen zu können. Die bisherigen Versuchsergebnisse zeigen unter anderem, dass der Westliche Maiswurzelbohrer sich problemlos bei niedersächsischen Temperaturen entwickeln kann. Ein wärmeres Frühjahr wirkt sich deutlich positiv auf die Entwicklung und das Überleben des Schädlings aus. Der Schädlingsdruck wäre damit im Folgejahr deutlich erhöht. Allerdings würden die Larven deutlich früher und in einem engeren Zeitfenster schlüpfen. Dies könnte, bei zeitlich abgestimmten Anwendungen von Pflanzenschutzmaßnahmen, zu verbesserten Effizienzen bei der Bekämpfung der Larven führen.

Abb.1: Diabrotica virgifera virgifera bei der Paarung und stark geschädigte Maiswurzel.

Antragsteller: Prof. Dr. S. Vidal, Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Agrarentomologie

Agrarentomologie/Uni. Göttingen

Bearbeitung: Dipl. Biol. Anne Wilstermann