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TP 13: Entwicklung und Schadwirkung von tierischen Schaderregern der Zuckerrübe

In diesem Teilprojekt werden der Einfluss der Temperatur auf die Populationsentwicklung der Rübenzystennematoden Heterodera schachtii und H. betae und die von ihnen verursachte Schädigung von Zuckerrüben untersucht. Im Vergleich zu H. schachtii sind die klimatischen Ansprüche von H. betae weitgehend unbekannt. Daher wird in dieser Studie dem Einfluss der Temperatur auf den Lebenszyklus von H. betae besondere Beachtung geschenkt.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Temperaturansprüche für den Schlupfbeginn und -verlauf der beiden Nematodenarten unterschiedlich sind. Larven von H. schachtii schlüpften bereits ab 10°C Bodentemperatur, während der Larvenschlupf von H. betae erst ab 15°C begann. Der größte Teil der Larven beider Arten schlüpfte in den ersten zwei Wochen, wobei H. betae höhere Schlupfraten in der ersten Woche zeigte, während H. schachtii die höchsten Schlupfraten ab der zweiten Woche hatte. Der optimale Temperaturbereich von 20-25°C war bei beiden Arten gleich.

Um den Einfluss einer Temperaturerhöhung von 4°C auf die Vermehrung der Nematoden zu untersuchen, wurden Versuche mit beheizten und unbeheizten Behältern in einer Vegetationshalle (Außentemperatur) durchgeführt. In den beheizten Behältern war die Vermehrungsrate deutlich höher. Dies ist, ausgehend von Temperatursummenmodellen, auf die höhere Anzahl von Generationen von H. schachtii zurückzuführen.

Zur Zeit werden verschiedene Klimakammerversuche durchgeführt. Ziel dieser Versuche ist die Untersuchung des Konkurrenzverhaltens der beiden Arten bei unterschiedlichen Temperaturverläufen. Zudem wird der Einfluss von Temperatur und Anfangspopulationsdichte beider Nematodenarten auf die Schädigung von Zuckerrübensorten mit unterschiedlichen Resistenz- bzw. Toleranzeigenschaften untersucht.

Abb.1: Semi-Freilandversuch, Übersichtsaufnahme.

Abb.2: Heterodera schachtii, Aufnahme der Zysten an einer Zuckerrübenwurzel.

Antragsteller:

Prof. Dr. H.M. Poehling, Leibniz Universität Hannover, Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz

Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz/Uni. Hannover

Dr. B. Niere,  Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit

Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit/JKI

Dr. U. Ulber, Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Agrarentomologie

Agrarentomologie/Uni. Göttingen

Bearbeitung: M.Sc. Bart Vandenbossche