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TP 19: Einfluss hochwertiger Humusträger und suppressiver Zwischenfrüchte in ökologisch genutzten Böden

Durch den Klima­wandel werden vermutlich die Bodentemperaturen im Winter ansteigen und Frostereignisse seltener werden. Solche Änderungen haben Auswirkungen auf die Dynamik von mikrobiellen Umsatzprozessen in Böden, können aber auch neue Winterfrüchte, wie z.B. Wintererbsen, ermöglichen. Sowohl Zwischenfrüchte, als auch Komposte können suppressiv auf Pflanzenpathogene wirken, die im Boden und auf Pflanzenresiduen überleben.

In diesem Teilprojekt wird daher der Einfluss verschiedener Zwischenfrüchte und suppressiver Komposte auf bodenbürtige Pathogene unter Feldbedingungen und in Klimakammern untersucht. Ziel ist die Erarbeitung von Managementoptionen für ökologische Anbausysteme, die in feuchteren und wärmeren Wintern den Abbau von bodenbürtigen Pathogenen beschleunigen können.

Im Rahmen eines mehrjährigen Feldversuches (Wintererbsen, Mais, Winterweizen) deuten  erste Ergebnisse auf eine Verbesserung des Wachstums und der Gesundheit von Wintererbsen unter vergleichsweise schlechten Startbedingungen (Inokulation mit Pathogenen wie Phoma medicaginis zur Aussaat) hin, wenn Kompost gegeben wird. Eine solche Verbesserung war in den Parzellen, in denen nicht inokuliert wurde, nicht zu sehen.  Das heißt, im Falle einer Förderung der bodenbürtigen Pathogene durch den Klimawandel könnte der Einsatz von Kompost zukünftig eine wichtige Rolle bei der Prophylaxe spielen.

In den Untersuchungen an Mais und Winterweizen wurden bisher bis zu sechs verschiedene Fusarium-Arten gefunden. Durch den Klimawandel und die damit verbundenen Änderungen der Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen könnte es zu einer Verschiebung innerhalb des Fusarium-Artenspektrums kommen. Erste Ergebnisse aus Laborexperimenten mit Fusarium avenaceum, das sowohl Getreide, als auch Erbsen befällt, zeigen, dass Kompost diesen wichtigen Erreger deutlich reduzieren kann.

Ergebnisse aus dem ersten Feldexperiment sind in der Publikation von Schmidt et al. (2011) zu finden (siehe KLIFF FT3 Publikationsliste).

Abb1: Einfluss einer Kompostapplikation (20% v/v in Sand) auf Erbsen, die mit Fusarium avenaceum inokuliert wurden. Jeweils links im Bild mit Kompost, rechts ohne Kompost (mineralische Kontrolldüngung). Ergebnisse von zwei unterschiedlichen Isolaten.

Antragstellerin: Prof. Dr. Maria Finckh, Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz

Ökologischer Pflanzenschutz/Uni. Kassel

Bearbeitung: M.SC. agr. Jelena Bacanovic, Dr. Christian Bruns