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TP 20: Modellierung der Pathogene und Schadinsekten

In diesem Teilprojekt werden auf der Basis regionaler Klimaprojektionen bis 2100 für Niedersachsen Risikovorhersagen für ausgewählte Schaderreger in den wichtigsten Ackerbaukulturen erstellt. Dazu werden Prognosemodelle benutzt, die durch die von den Klimamodellen erzeugten Daten (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag) angetrieben werden.

So berechnet zum Beispiel für Wintergetreide die Entscheidungshilfe SIG-Getreide (Schaderreger-Infektions-Gefahr) wetter­basiert die täglichen Infektionsbedingungen für die wichtigsten Blattkrankheiten. Für Winterweizen wurde innerhalb der wichtigen Entwicklungsperiode von BBCH 30 bis BBCH 69 (Behandlungszeitraum) die mittlere Infektionswahrscheinlichkeit für die drei Blattkrankheiten Braunrost, DTR-Blattdürre und Mehltau berechnet. Die ersten vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass der projizierte Klimawandel in Niedersachsen langfristig dazu führen könnte, dass sich in Winterweizen die Infektionsbedingungen für Braunrost und DTR-Blattdürre verbessern und diejenigen für Mehltau geringfügig verschlechtern.

Das Prognosemodell CERCBET1 ermittelt den Epidemiebeginn von Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben, indem es den prozentualen Anteil befallener Schläge je Region in Abhängigkeit vom Datum vorhersagt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der projizierte Klimawandel in Niedersachsen vor allem langfristig dazu führen könnte, dass sich der Epidemiebeginn von Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben deutlich verfrüht. Möglicherweise müssten dann die Zuckerrüben früher und, je nach Witterungsverlauf, auch häufiger als bisher gegen diese Krankheit behandelt werden, falls sich nicht andere wesentliche Produktionsfaktoren ändern, die das Erstauftreten von Cercospora verzögern.

Abb.1: Ergebnisse von CERCBET1 auf Basis der Projektionen des Klimamodells REMO dargestellt als Risikokarte mit regionaler Einteilung von Niedersachsen in Interpolationszonen. Abgebildet sind die Termine T1 (Erstauftreten) und T50 (Start Befallskontrolle) in den drei Zeitfenstern B (1971-2000), M (2021-2050) und L (2071-2100). Die Ergebnisse sind in Richerzhagen et al. (2011) veröffentlicht (siehe KLIFF FT3 Publikationen).

Antragsteller:

Prof. Dr. B. Hau, Leibniz Universität Hannover, Institut für Pflanzenkrankheiten u. Pflanzenschutz

Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz/Uni. Hannover

Dr. B. Kleinhenz, ZEPP – Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz

ZEPP

Bearbeitung: Dr. Paolo Racca, Dipl.-Ing. agr. Dominique Richerzhagen