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TP 7: Waldbauliche Anpassungsstrategien an veränderte Klimabedingungen in den Regionen Harz und Lüneburger Heide

Die Langfristigkeit der forstlichen Produktion schränkt grundsätzlich die Möglichkeiten der Forstbetriebe stark ein, auf veränderte Umweltbedingungen kurzfristig zu reagieren. Es bedarf daher zunächst einer fundierten Abschätzung der regionalen Ausprägungen des Klimawandels und der damit verbundenen Folgen. Darauf aufbauend sollen Anpassungsstrategien entwickelt werden, die dazu beitragen können, offensichtliche Risiken zu vermeiden und schwer absehbaren Risiken zu verteilen bzw. zu begrenzen.

TP7

Die wichtigste, aber nur in langen Zeiträumen zu verwirklichende forstbetriebliche Anpassungsmaßnahme, stellt die Wahl standortgemäßer Baumarten dar. Bearbeitet werden die für die Untersuchungsgebiete bedeutsamen Baumarten Buche, Fichte, Kiefer, Eiche und Douglasie. Die Ergebnisse von Standortskartierungen im Landes- und Privatwald sowie der Bodenzustandserhebung werden dazu genutzt, die nutzbare Feldkapazität der Böden zu bestimmen. Diese kann mit der klimatischen Wasserbilanz für unterschiedliche Zeiträume und Klimaszenarien verrechnet werden, um jeweils das pflanzenverfügbare Wasser zu bestimmen. Darauf aufbauend sollen in Abhängigkeit von Baumart und Standort Risikobereiche ausgewiesen und Umbaunotwendigkeiten aufgezeigt werden. Weiterhin sollen in Abhängigkeit vom Risiko und dem Alter der Bestände kurz-, mittel oder langfristige Handlungserfordernisse abgeleitet werden. Hierzu werden für die vorhandenen Bestände die waldbaulichen Behandlungskonzepte überprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet, da sich mit dem Klimawandel die Wachstums- und Konkurrenzverhältnisse sowie die Anfälligkeit gegenüber Schadereignissen wesentlich verändern werden.

Die Festlegung von Handlungsempfehlungen wird durch Simulationsmodelle unterstützt, die auf klimasensitiven Wachstumsmodellen aufbauen. Insbesondere sollen die Auswirkungen der Baumartenmischung und Bestockungsgrade auf den Wasserhaushalt (TP 2) sowie die daraus resultierenden ökonomischen Auswirkungen untersucht werden. Außerdem sollen für die Untersuchungsräume Waldentwicklungsszenarien gerechnet werden, die die naturschutzfachlichen Managementkonzepte (TP 8) und die touristischen Anpassungsstrategien (TP 9) absichern sowie einen Eindruck von der langfristigen Entwicklung der Waldlandschaften Harz und Lüneburger Heide vermitteln können.

Antragsteller: Prof. Dr. Hermann Spellmann

Mitarbeiter: Dipl.-Forstw. Marc Overbeck

Kontakt:

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt

Grätzelstr. 2

D-37079 Göttingen

NW-FVA

 

Literatur:

  • Overbeck, M., Schmitt, M., Fischer, Ch., Evers, J., Schulze, A., Hövelmann, T., Spellmann, H. (2011): Ein statistisches Modell zur Regionalisierung der nutzbaren Feldkapazität von Waldstandorten in Niedersachsen. Forstarchiv 82, 92-100.
  • Overbeck, M., Schmidt, M. (2012): Modelling infestation risk of Norway spruce by Ips typographus (L.) in the Lower Saxon Harz Mountains (Germany). Forest Ecol. Manage. 266, 115-125.

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