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TP 8: Zukünftige Naturschutzkonzepte für Harz und Lüneburger Heide

Große Bereiche der Lüneburger Heide und des Harzes haben eine national wie international herausragende Bedeutung für den Naturschutz. Gleichzeitig bieten sie zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, die durch die zu erwartenden Klimaveränderungen zukünftig negativ betroffen sein könnten. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, welche Artengruppen von diesen Veränderungen betroffen sein werden und welche Konsequenzen sich daraus für die Ziele und Strategien des Naturschutzes ergeben.

Erste Untersuchungsergebnisse des Teilprojektes zeigen, dass vor allem solche Arten Einbußen (Verringerung der Abundanz bis hin zum Aussterben der Arten in den Untersuchungsräumen) erleiden werden, die hohe Ansprüche an die Feuchtigkeit ihres Lebensraum stellen oder physiologisch empfindlich auf Hitze- oder Trockenstress reagieren. Arten hingegen, die trockenere Lebensräume bevorzugen oder generell eine weite Lebensraumamplitude haben, werden von den Auswirkungen des Klimawandels weniger betroffen sein. Eine Befragung regionaler Experten für die untersuchten Artengruppen ergab, dass in beiden Naturräumen sowohl negative als auch positive Auswirkungen erwartet werden (siehe Grafik). Bereits beobachtet wird derzeit vor allem das Neuauftreten bzw. die Wiedereinwanderung von Arten infolge der wärmeren Sommer der letzten Jahre, z.B. bei den Libellen Gomphus pulchellus im Naturraum Harz und Crocothemis erythraea im Naturraum Lüneburger Heide. Negative Auswirkungen werden dagegen für die Zukunft erwartet, ohne dass die derzeit zu beobachtenden Verluste eindeutig als direkte Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels gewertet werden können. Dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, da der Einfluss des klimatischen Wandels kaum von anderen Faktoren (z.B. klimaunabhängigen Veränderungen der Landnutzung oder natürlichen Schwankungen der Abundanz) zu trennen sind.

Vor diesem Hintergrund und angesichts des Tempos und Ausmaßes der zu erwartenden klimatischen Änderungen müssen schnellstmöglich Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bzw. zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels ergriffen werden. Auf regionaler Ebene fehlen die hierzu notwendigen fachlich fundierten Konzepte jedoch bislang. Aufbauend auf den bisher vorliegenden Ergebnissen zu den zu erwartenden Veränderungen wird in der zweiten Projektphase der Handlungsbedarf aus Sicht des Naturschutzes aufgezeigt und es werden konkrete Vorschläge zur Anpassung und Implementierung von Managementstrategien des Naturschutzes entwickelt. Anhand ausgewählter Schutzgebiete der beiden Naturräume werden in Zusammenarbeit mit den regionalen Akteuren konkrete Maßnahmen- und Handlungskonzepte erarbeitet.

Abb.1: Anzahl der derzeit auf den Roten Listen verzeichneten Arten, welche in den Naturräumen Harz und Lüneburger Heide in unterschiedlicher Weise durch den Klimawandel beeinflusst werden. Ergebnisse einer Befragung regionaler Experten zu ausgewählten Tierartengruppen.

Antragsteller: Prof. Dr. Rüdiger Prasse, Prof. Dr. Michael Reich, Prof. Dr. Michael Rode

Mitarbeiter: Dipl.-Ing. René Hertwig, Dipl.-Ing. Janine Sybertz

Kontakt:

Leibniz Universität Hannover

Institut für Umweltplanung

Herrenhäuser Straße 2

D-30419 Hannover

Institut für Umweltplanung/Uni. Hannover