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TP 9: Anpassungsstrategien für touristische Destinationen, Angebotswandel

Der Tourismus ist in hohem Maße eine wetter- und klimasensitiv Branche. Er ist daher mit der Herausforderung konfrontiert, sich mit Klimatrends und Klimawandel zu beschäftigen. Hierbei ist es erforderlich, dass sich touristische Destinationen auf eine veränderte Klimasituation einstellen.

Im Rahmen dieses Teilprojektes werden, aufbauend auf einer umfassenden Analyse der Angebots- und Nachfragesituation und der Herausarbeitung der touristischen Bedeutung der Wälder in den Beispielregionen, Szenarien über die Entwicklung der Touristenströme in Abhängigkeit von Klimaveränderungen (Zielwissen) erarbeitet. In enger Kooperation mit den beteiligten Akteuren (Tourismusorganisationen, Hoteliers etc.) werden Mitigations- und Anpassungsstrategien (Adaptation) entwickelt (Transformationswissen). Auf der Basis einer genauen Analyse des Einflusses des Klimawandels auf die untersuchten Teilräume werden Aussagen zu einer weiteren Entwicklung der Wald- und Naturlandschaften möglich. Die Aufgabe des Teilprojektes Klimawandel und Tourismus ist es, ausgehend von den zu erwartenden Veränderungen der Wälder, Anpassungsstrategien zu entwickeln, damit auch in Zukunft dieser Wirtschaftsbereich bestehen und lukrativ betrieben werden kann. Entsprechend liefern die übrigen Teilprojekte des Verbundvorhabens die Grundlage zu einer genauen Abschätzung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus.

Die erwartete Steigerung der Durchschnittstemperaturen, die Häufung von Extremwetterereignissen oder Schneemangel in den Wintersportregionen werfen konkrete, praxisrelevante Fragen für die Tourismuswirtschaft und –politik auf:

1. Welche Auswirkungen wird der Klimawandel auf die touristische Entwicklung der Regionen Harz und Lüneburger Heide, die Nachfrage der Touristen und die touristischen Produkte haben?

2. Wie können sich diese Destinationen und Leistungsträger langfristig auf den Klimawandel einstellen?

3. Was bedeuten Klimatrends und Klimawandel für die operative Arbeit in den Regionen Harz und Lüneburger Heide, wie ist die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Tourismus zu gestalten und welche gemeinsamen Strategien werden verfolgt?

4. Wie kann die Kommunikation nach innen (Information in der Region) und nach außen (gegenüber den Touristen) gestaltet werden, um sowohl ein hohes Bewusstsein für dieses Thema bei den Anbietern in der Region zu schaffen als auch gegenüber dem Kunden die eigenen Aktivitäten zu darzustellen.

Neben Strategien zur Verringerung der Folgen des Klimawandels ist es erforderlich, dass sich die Destinationen Harz und Lüneburger Heide auf eine veränderte Klimasituation einstellen. Vorgespräche und erste Befragungen zeigen, dass die touristischen Akteure weder kurzfristig in der Lage sind mit den veränderten Klimabedingungen umzugehen noch langfristig eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel entwickelt haben. Hier besteht ein großer Handlungs- und Informationsbedarf.

Erste Ergebnisse:

  • Von September 2010 bis Juni 2011wurde die umfangreiche Gästebefragung in den beiden Untersuchungsregionen zu den Themen Klimawahrnehmung und Reiseentscheidung bei den Urlaubern des Harzes und der Lüneburger Heide durchgeführt. Befragungsthemen waren: Besuch und Besuchsmotive, Zufriedenheit mit Natur und Wald, Freizeitaktivitäten, Wetter und Klima. Ziel war es, wichtige Informationen über die Urlaubswünsche der Gäste und über Ihre Meinung zur Naturlandschaft zu erhalten. Die Ergebnisse der Befragung sind grundlegend für die regionale Tourismusentwicklung. Sie führen zu einem besseren Verständnis der Gäste und liefern zugleich Aufschluss über die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen in den Tourismusregionen. Die Ergebnisse werden Anfang 2012 auf der Homepage der Universität Lüneburg und auf Anfrage als druckfertige Broschüre bereitgestellt.
  • Als weitere Basis für die Entwicklung der Strategien zur Anpassung an den Klimawandel für unsere Modellregionen wurden Szenarien über die Entwicklung der Touristenströme in Abhängigkeit von Klimaveränderungen entwickelt. Bei der Szenarienbildung sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Es werden Variationen der Klimaprojektionen erstellt, relevante Einflussfaktoren identifiziert und Ableitungen formuliert, um als Ergebnis unterschiedliche Zukunftsbilder zu erhalten (s. Abb.1)

Abb.1: Übersicht der Faktoren, die den Tourismus beeinflussen

  • Parallel zur Befragung und zur Szenarioanalyse wurden von Anfang an regionale Touristiker in den Entwicklungsprozess eingebunden. Da die Akteure vor Ort mit den veränderten Klimabedingungen umgehen müssen, gewährleisten regelmäßige Workshops die Information und Sensibilisierung für dieses wichtige Thema.
  • Aktuelle Informationen zum Fortgang des Teilprojekts Tourismus und weitere Ergebnisse finden Sie auf den Seiten der Leuphana Universität Lüneburg unter: http://www.leuphana.de/professuren/tourismusmanagement/forschung-projekte/kliff.html

Antragsteller: Prof. Dr. Edgar Kreilkamp

Mitarbeiter: Dipl. Kffr. Anne Kotzur, M.A. Larissa Kirmair

Kontakt:

Leuphana Universität Lüneburg

Strategisches Management und Tourismusmanagement

Scharnhorststraße 1

D-21335 Lüneburg

Leuphana Universität Lüneburg