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TP 3: Belastungen von Küstenschutzwerken bei Klima­änderungen und alternative Strategien im Insel- und Küstenschutz

Eine mögliche Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs und eine zunehmende Sturmintensität stellen für die geschützten Niederungsküsten an der Nordsee eine Bedrohung dar. Die Strategie des Küstenschutzes für diese Gebiete ist seit dem Mittelalter unverändert. Deiche bilden heute eine geschlossene wehrhafte Linie, die das Eindringen der See bei Sturmfluten verhindern soll (Abb. 1).

Ziel der Untersuchungen in TP 3 ist es, über vergleichbare Randbedingungen in möglichst konkreter, quantitativer Form die Machbarkeit des bisher praktizierten Küstenschutzes in Niederungsgebieten zu prüfen und eine objektive Evaluierung alternativer Strategien zu ermöglichen.

Abb.1: Aktuell geschütztes Gebiet sowie zusätzliche Höhenstufen bis +4mNN, Darstellung der Überflutungsbereiche von 1717 (Ritzmann & Niemeyer, 2011)

Die bisher ausgeführten mathematischen Modellierungen für den Ems-Dollart-Bereich zeigen, dass beispielsweise für die Strategie „Rückdeichung“ die auf das Bauwerk einwirkende Belastung zunimmt, je weiter die Deichlinie nach Binnen verlagert wird. Auch die Untersuchungen zur Strategie „Staffelung“, bei der ein seegangsdämpfender Wellenbrecher einem Deich vorgelagert wird, um die dort auftretende Belastung zu verringern, zeigen bisher keine wirtschaftlichen Vorteile gegenüber dem linienhaften Schutz.

Das Konzept beinhaltet die Untersuchung weiterer Alternativstrategien wie „Anpassung“ und „Rückzug“. Außerdem soll die Bandbreite der Klimaänderungsszenarien in verschiedenen Bereichen des Untersuchungsgebietes abgedeckt werden.

Antragssteller: Dipl.-Ing. Hanz Niemeyer

Sprecher: Dr.-Ing. Andreas Wurpts

Mitarbeiter: Marco Miani MSc, Dipl.-Ing. Cordula Berkenbrink

Kontakt: NLKWN – Forschungsstelle Küste, An der Mühle 5, 26548 Norderney