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TP 2.3 Erfassung und Kontrolle von steigenden Gesundheitsrisiken durch parasitäre Infektionserreger bei Rindern

Die Gesundheit der Weidetiere wird stark durch die Auswirkungen von Infektionen mit parasitären Erregern beeinträchtigt.  Diese Rinderparasiten befinden sich teilweise im Laufe ihres Lebenszyklus auch auf der Weide und sind somit stark den vorherrschenden Umweltbedingungen unterworfen. Daher untersuchen wir für die drei wirtschaftlich bedeutendsten Parasiten (Fasciola hepatica, Dictyocaulus viviparus und Ostertagia ostertagi, stellvertretend für die Magen-Darm-Strongyliden) sowohl direkt auf der Weide als auch im Labor diesen Zusammenhang:

In drei klimatisch unterschiedliche Regionen Niedersachsens (Küste, Heide, Harz) wurden monatlich Weidefläche und Tiere in Tracerbetrieben beprobt. Bei den erstsömmrigen Rinder (da besonders anfällig für Weideparasitosen wegen  ihrer noch schwachen Immunität ) wurden Gewicht, BCS (Body Condition Score) und Eiausscheidung ermittelt, sowie der Antikörpergehalt gegen bestimmte Parasiten im Blut untersucht. Zusätzlich wurden auf den Weiden der Rinder jeweils eine botanische Grasbestimmung durchgeführt und mit Hilfe einer eigens entwickelten und evaluierten Graswaschmethode (Demeler et al. (2011) Recovery of strongylid third-stage larvae from herbage samples: Standardisation of a laboratory method and its application in the field) das Weidegras auf angeheftete Magen-Darm-Strongyliden untersucht.

Ebenso werden pro Region ca. 100 bis 150 Betriebe mittels Tankmilch-ELISA auf die drei genannten Parasitosen untersucht. Die Ergebnisse sollen gemeinsam mit den anderen erhobenen Daten zu Erstellung von parasitenspezifischen  Risikokarten für Niedersachsen verwendet werden.

Im Gewächshaus und in Inkubator-Versuchen wird untersucht, wie und in welchem Maße sich höhere Temperaturen und geringerer Niederschlag auf die Überlebensfähigkeit und das Vorkommen der Parasitenlarven auf dem Gras auswirken. Um bestimmen zu können, wie viele Parasitenlarven sich auf dem Gras oder im Boden aufhalten, wurde neben der Graswaschmethode auch eine Erdwaschmethode entwickelt und evaluiert. Wenn klimatische Bedingungen das Überleben der Parasitenlarven erschweren wird auch ihr Refugium verringert und die Entwicklung von Anthelminthikaresistenzen beschleunigt. Die Fähigkeit der Parasiten zur Resistenzbildung gegen gängige Anthelminthika wird mit Hilfe von neuen molekularen Verfahren auch in vitro untersucht.

Abb.1: Wiesengräser und -Kräuter in Versuchsanordnungen mit (oben) und ohne Trockenstress (unten)

 

 

 

 

 

Abb.2: Kotproben von Jungrindern (oben) und ELISA-Test von Tankmilch (unten)

Leitung:

Prof. Dr. G. von Samson-Himmelstjerna
Mitarbeiterinnen: Dr. med. vet. Janina Demeler, Christina Brandt, Friederike Knapp-Lawitzke

Laufzeit: 01/2009 bis 12/2013

Kontakt:

Freie Universität Berlin Fachbereich Veterinärmedizin Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

Königsweg 67

D-14163 Berlin

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Parasitologie/FU-Berlin